In der Dunkelheit des Universums taumelt, vom Licht
eines weit entfernten Sterns beseelt, voll faszinierender Anmut und
verborgenem Grauen, ein blauer Planet. Und diese Welt wird von einem
Wesen bewohnt, welches der Kristallisationspunkt von Karl Hofers
Schaffen war: der Mensch.
Karl Hofer war eine vielschichtige und eindrucksvolle
Persönlichkeit, in menschlicher wie künstlerischer Hinsicht.
Manchmal durchaus dickköpfig und provokant, suchte er seinen
eigenen Weg, mit dem unbedingten Verlangen, durch eine originäre
Formensprache das Wesen der Dinge und in besonderer Weise das des
Menschen, sichtbar zu machen. Dabei ging es ihm nie nur um ein Abbilden
der Natur.
Durch den Schöpfungsprozess selbst sollte in reduzierter und
formell verdichteter Klarheit die Essenz von innerer und
äußerer Form zum Ausdruck kommen.
Ein einfacher Mensch war Karl Hofer sicher nicht.
Aufgrund seiner biographischen Entwicklung konnte er dies nicht sein.
Ambivalenz kennzeichnete ihn und sein künstlerisches Œuvre.
Zielstrebig und auf der Suche nach dem richtigen Weg: sensible
Unsicherheit gepaart mit aufmüpfigem Selbstbehauptungswillen.
Dabei scheute er sich nicht vor Auseinandersetzung. Dies zeigte sich
etwa in den Disputen mit seinem Mäzen Theodor Reinhardt über
dessen Versuche, Hofers künstlerische Entwicklung zu beeinflussen.
Oder in den Konflikten mit den Nationalsozialisten, die
er teils heftig anging. Deutlich zu Tage trat dies auch in der
Auseinandersetzung um die Bewertung abstrakter und
gegenständlicher Kunst, ein Streit, der sich an und mit ihm
entzündete.
Selbst mit seinen eigenen Werken ging er zu Zeiten heftig ins Gericht,
war sogar dazu bereit, sie zu zerstören wenn er der Meinung war,
dass diese nicht mehr seinem künstlerischen Entwicklungsstand
entsprachen.
Das vorliegende Webprojekt gliedert sich in zwei Bereiche:
die eigentliche Hauptseite, welche in komprimierter Form einen Einblick
in Leben und Werk des Malers gewährt. Sowie der umfangreichen
Material- und Informationssammlung, die in lebendiger und dynamischer
Weise einer stetigen Weiterentwicklung unterliegt. Hier finden
Experiment, Recherche und aktuelle Entwicklungen ihren Platz.
Ein besonderer Dank gilt allen beteiligten Museen und Einrichtungen,
die unsere Bemühungen um dieses Projekt in freundlicher und
kompetenter Weise unterstützt haben.
(1*) Zitat: Ingeborg Bachmann